Gleichberechtigt?
Mrz 8th, 2010 | By Hannah Stögermüller | Category: KommentarImmer wieder trifft man Menschen die behaupten das Ziel der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen (zumindest in Österreich) sei schon erreicht. Betrachtet man jedoch die Forderungen die dem Weltfrauentag zugrunde liegen, wird klar, dass es noch ein weiter Weg ist zur gleichberechtigten Gesellschaft.
Die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit war damals schon zentral und wurde bis heute nicht erfüllt. Laut einer europäischen Studie verdienten österreichische Frauen im Jahr 2007, bezogen auf den Stundenlohn, 25,5% weniger als Männer. Damit steht Österreich innerhalb der Europäischen Union an vorletzter Stelle. In Oberösterreich ist der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen bundesweit am größten. Durchschnittlich verdienen oberösterreichische Frauen 40% weniger. Hinzu kommen unbezahlte Arbeiten, die noch immer zum größten Teil an den Frauen hängen bleiben wie Hausarbeit, Kinderbetreuung oder Pflege.
Gleichberechtigung bedeutet auch ausgewogene Machtverhältnisse. Frauen in Führungspositionen sind jedoch rar. Besonders gravierend ist die Situation an den Universitäten. In Österreich gibt es keine einzige weibliche Universitätsrektorin. An der JKU gibt es 112 ProfessorInnen. 10 davon sind weiblich. Zufall?
Der Kampf um Gleichberechtigung ist also noch lange nicht vorbei. Der Weltfrauentag soll dies ins Gedächtnis rücken und Frauen die Möglichkeit geben sich zu solidarisieren um gemeinsam dem Ziel der Gleichberechtigung ein Stück näher zu kommen.
Hannah Stögermüller - Vorsitzende VSStÖ Linz





